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USA-Newsletter & neuster Hollywoodtratsch.
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April/Mai 2006
Hallo, Ihr Lieben,
nach ewig langer Zeit komme ich endlich mal wieder dazu einen Newsletter zu
schreiben. Wie Ihr wisst waren wir in der Zwischenzeit in Deutschland und planen
fleissig an unserer Hochzeit. Auch ansonsten war viel los, was ich Euch schnell
zusammen fassen will:
Dass wir hier drueben fast immer gutes Wetter haben, brauche ich wohl nicht
mehr in jedem Newsletter zu erwaehnen, aber es erfreut uns nach wie vor jeden
Tag. Es ist schon schoen wenn man die Sonne als Selbstverstaendlichkeit
einplanen kann und ganz ohne schlechtes Gewissen einen halben Sonntag im
abgedunkelten Wohnzimmer auf der Couch rumgammeln kann...
Im April hab ich wieder viel bei Film und Fernsehen "gearbeitet" und neben
Statistenrollen bei verschiedenen Serien auch bei dem neuen Film von Kate
Winslet, Cameron Diaz und Jude Law mitgespielt. Sowas hab ich noch nie erlebt.
Die Regisseurin ist wohl die groesste Perfektionistin, die ich je gesehen habe.
Vielleicht ist sie auch einfach nur durchgeknallt. Wir haben 8 Tage, 16 Stunden
pro Tag an einer Szene gedreht, die auf der Leinwand ca 1 bis 1,5 Minuten
ausmachen wird. Krass, oder? Ja, und dann sieht man mich wahrscheinlich noch
nicht einmal. Trotzdem war es eine irre Erfahrung und Jude Law sieht in
Wirklichkeit genauso gut aus wie im Film:).

In der gleichen Zeit war ich bei verschiedenen Castings und habe vollkommen
ueberraschend die weibliche Hauptrolle in einem "Independent-Movie" bekommen,
der fuer das Newport Filmfestival gedreht werden sollte. Ich war natuerlich hin
und weg und wollte mir schon einen Stern in Hollywood sichern, als der Film nach
einer Drehwoche (einen Tag vor meinem ersten Drehtag) abgeblasen wurde, weil die
Produzenten nicht mit der Qualitaet der ersten Szenen zufrieden waren. Sowas
passiert hier leider oft und gehoert dazu. Jut, ich war natuerlich etwas
enttaeuscht, bin aber sofoert wieder aufs Ross gestiegen und motiviert zum
naechten Vorsprechen geduest. Was ich nicht wusste war, dass ich hierbei eine
Frau in den Wehen spielen sollte. Ich habe mir also die Seele aus dem Hals
geschrien bis ich nur noch so wenig Sauerstoff in der Ruebe hatte, dass ich fast
in Ohnmacht gefallen waere. Dann hat die komische Tante doch tatsaechlich
gesagt, dass man merkt dass ich noch kein Baby zur Welt gebracht haette, weil
die echten Mamis viel lauter schreien wuerden. Ich solle mich ruhig noch mehr
gehen lassen. Also hab ich NOCH lauter geschrien und gestoehnt als wuerd ich
gerade abgeschlachtet werden, bis ich mir sicher war, dass ich tatsaechlich
gleich irgendwas zur Welt bringen wuerde, aber die Rolle hab ich nicht gekriegt.
Den roten Kopf habe ich dafuer den restlichen Tag behalten, besonders bei der
Vostellung was fuer Filmmaterial da draussen von mir rumschwirrt.
Als meine Eltern im Februar hier waren, hatte ich bereits mit meiner Mutter
ein Brautkleid ausgesucht. Als wenn das nicht schon schwierig genug gewesen
waere, musste ich jetzt nochmal in den Laden, um Schleier, Schuhe, Schmuck und
den restlichen Klimbim auszusuchen. Fuer jemanden, der sich schon im Restaurant
12 mal umentscheidet, um am Ende doch alle Anderen am Tisch um ihr Essen zu
beneiden, ist das ein echtes Happening. Zum Glueck mochte mich die Verkaeuferin
und hat sich die noetigen 51/2 Stunden Zeit genommen, bis ich alle Accessoires
zusammen hatte. Als Revanche hab ich mir Ihre Lebensleidensgeschichte angehoert,
die damit geendet hat, dass sie mir heulend in den Armen lag und ich nach der
Hochzeit zu Ihrer Meditationsgruppe kommen muss....ja genau!
Im Mai sind wir dann nach Deutschland geflogen, um zu Gast bei 2
wunderschoenen Hochzeiten zu sein. Ich bin mehr als gluecklich, dass ich diese
tollen Ereignisse nicht verpasst habe! Dann hatte ich noch das Glueck bei
dem Junggesellenabschied einer sehr guten Freundin dabei sein zu koennen, den
wir auf der Insel Juist gefeiert haben. Die vielen schoenen Stunden mit Freunden
und Familie haben mir das Leben in Deutschland richtig schmackhaft gemacht und
ich freu mich schon auf unseren naechsten Besuch, der ja schon vor der Tuer
steht. Vorher geniessen wir unsere Traumfabrik hier drueben und freuen uns ueber
Eure News und Geschichten.
Bis bald und alles Liebe aus Long Beach
Eure Vreni
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Posted: 04:21, 29.06.2006 |
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März 2006
Hallo, liebe Freunde,
um Euch mal was anderes bieten zu koennen als die regulaeren L.A. News, sind wir im Maerz verreist.
Anfang des Monats waren wir mit unserem Fitnesssclub und guten Freuden in der Sierra Nevada beim Skifahren. Schon die Busfahrt ist immer ein feucht-froehliches Vergnuegen. Nach 2 Stunden wurde dann die laengst ueberfaellige Rast an einer Fressoase mit McDonalds, BK, CFK, Taco Bell etc. gemacht. Die Bedingungen waren auch in diesem Jahr ganz wunderbar. Der Schnee hier ist tatsaechlich besonders pulvrig und es war ueberwiegend sonnig...nicht, dass Ihr glaubt, dass Kalifornier bei Schneefall auf die Piste gehen. Da ich gerne mal in den Bergen die Orientierung und die Gruppe verliere, musste ich zwar den ein oder anderen Berg hochstapfen ( toll fuer die Fussballwaden) und Pisten nehmen, die mir das Blut in den Adern stocken liessen:), aber ansonsten war es echt spitze. Das Apres-Ski wurde jedoch nicht hier erfunden.
Zurueck in L.A. sind meine Eltern zu Besuch gekommen. Da dies ihr zweiter Besuch war, konnten wir "das uebliche" Touriprogramm skippen und viele schoene Dinge unternehmen, die auch fuer mich neu waren. Sie hatten sogar das Glueck in einem Restaurant in Venice Beach die Schauspielerin von "Million Dollar Baby" ( Hillary Swank) zu sehen.

Dann sind wir mit ihnen die Baja California hinunter gefahren. Sobald man suedlich von San Diego ueber die Grenze nach Mexiko faehrt (ca 2,5 Std. von L.A) ist man in einer anderen Welt. Die Grenzstadt Tijuana ist ein ziemlicher Moloch mit unzaehliegen streunenden Hunden, Bettlern, Strassenhaendlern, Dreck, Muell und Gehupe ueberall.

Richtig schoen wirds suedlich der Stadt Ensenada, die auch noch touristisch ist. Ensenada hat mir aber aus anderem Grund besonders gut gefallen. Nachdem wir schon einige Kneipen und noch mehr Bier und Wein hinter uns hatten, habe ich eine vollkommen neue Seite an meinem Mann entdeckt. In einem gutbesuchten Lokal hat er ( mit minimaler Unterstuetzung von mir) eine Karaokedarbietung gegeben, die sich gewaschen hat - HUT AB! Bisher hatte Tim mich immer eher damit beeindruckt, dass er unter der Dusche komplette Lieder auf einem einzigen Ton gesungen hat... Am naechsten Tag sind wir richtig in die Baja eingetaucht mit wunderschoenen Meerblicken, Steilkuesten, Weingebieten, riesigen Taelern, Kakteenwuesten und tollen Bergkulissen am Horizont.

Mitten in der Wueste wurde dann unser Benzin knapp, aber keine funktionstuechtige Tankstelle fuer die naechsten 100 Meilen in Sicht. Gluecklicherweise haben ein paar Mexikaner die Geschaeftsidee gewittert und Benzin aus Kanistern verkauft, der dann mit einem Schlauch ( den sie mit dem Mund ansaugen) in den Tank gepumpt wird. Vermutlich war das Gebraeu mit Wasser angereichert, aber auf jeden Fall kammen wir bis zum naechsten Ort.

Ein besonderer Hoehepunkt unserer Reise war eine Tour zu den Grauwalen. Jedes Jahr kommen diese riesen Tiere (8-10m lang) hier zum brueten her. Wir 4 und unser Bootsmann sind mit einer Eierschale von einem Boot mit affentempo auf den Pazifik hinausgeschossen und ploetzlich tauchten sie auf. Die Wale dort zu sehen waere schon die Fahrt wert gewesen, aber dann tauchte ein Wal direkt neben unserem Boetchen auf und lies sich von uns streicheln(!!). Das war ein unbeschreiblich schoenes Gefuehl und ich hatte noch nicht einmal Angst, wo ich sonst Tiere doch eigentlich lieber aus der Ferne bewunder.

Dann kamen wir zu einer riesigen Palmenoase mitten in der Wueste. Richtig tropisch war dieses kleine Paradies. Dann waren wir in einem Ort an der Kueste, der nur Abends von 8-10h Strom hatte, was zu L.A., wo es nie ruhig oder dunkel ist, ein echter Kontrast war. Der Weg zurueck in die Staaten wurde durch 3 Militaerkontrollen und einer 2-stuendigen Warteschlange an der amerikanischen Grenze verlangsamt. Der Grenzstau wurde aber dadurch aufgelockert, dass mexikanische Haendler ganze Maerkte zwischen den Autos durschoben und man allen moeglichen Klimbim kaufen konnte. Ich hab noch nie soviel haesslichen Kram gesehen.
Jetzt ist das alles schon wieder einen Monat her und es ist in der Zwischenzeit jede Menge passiert. In ein paar Wochen kommen wir schon nach Deutschland und freuen uns sehr auf Euch!
Euch allen eine schoene Woche
Eure Vreni
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Posted: 06:39, 24.04.2006 |
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Februar 2006
Hallo Ihr Lieben,
ich erwische uns immer haeufiger dabei, wie wir ganz selbstverstaendlich den Lifestyle annehmen, den ich noch vor wenigen Monaten belaechelt habe. Auch ich parke mittlerweile 3x um, um den Gehweg vom Parkplatz zum Fitnessstudio zu minimieren, bei 22 Grad trag ich einen Schal, einkaufen geh ich grundsaetzlich nur noch im Jogger und vor Regen fuerchte ich mich. Tim verpasst kein Footballgame, hat eine schulterlange Surfermatte, die er fast immer unter einem baseballcap versteckt, und kann problemlos das 16 Ounce Steak vertilgen. Dass er mit einem Truck durch die Welt faehrt, versteht sich von selbst.

Unser ueberdimensionaler Fernseher laeuft 24 Stunden am Tag. Mein amerikanisches "Desperate-Housewives-Dasein" hab ich perfektioniert, indem ich mit Freundinnen einen Buchklub gegruendet habe. Wir treffen uns einmal pro Monat, besprechen ein Buch, picheln Wein und essen chice, fettfreie Haeppchen. Ihr koennt Euch das Geschnatter vorstellen.
Der erste grosse Hoehepunkt des Monats was das Pittsburgh Steelers Superbowl Spiel. Wir waren auf einer Party bei Freunden und haben "unseren" Verein beim Sieg schoen gefeiert. Seitdem wir uns vor nunmehr 8 (!!!) Jahren in Pittsburgh kennengelernt haben, sind wir ( naja besonders Tim) treue Fans und warteten auf diesen Sieg.

Im Februar hatten wir bereits die erste grosse Hitzewelle mit bis zu 30 Grad. Ich war oft mit Freundinnen am Strand rollerbladen und Tim und ich haben eine traumhafte Wanderung in den Bergen von Bel Air gemacht. Die tollen Aublicken aufs Meer und die schoene Landschaft konnten wir nicht so richtig geniessen, weil uns entgegenkommende Wanderer von einem Bergloewen berichteten, der ihnen begegnet war. Tim hat sich natuerlich nicht gefuerchtet, dabei sind diese Tiere wirklich gefaehrlich!
An einem anderen sonnigen Wochenende sind wir nach Catalina Island gefahren. Die Insel liegt im Pazifik vor L.A. und ist von Long Beach in einer Stunde mit dem Boot zu erreichen. Auf der Insel leben Bueffel, die in den 70ern fuer eine Filmaufzeichnung dorthin gebracht und anschliessend einfach dagelassen wurden. Diese riesen fetten Viecher laufen da jetzt frei herum ( siehe Foto). <

Die Insel ist wunderschoen und nur zu einem winzigen Teil bevoelkert.

Dann hab ich bei "Deperate Housewives" als Statist gearbeitet. Ausgerechnet an dem Tag hat es in Stroemen geregnet. Waehrend die chicen Superstars im Vordergrund gutgestylt unter einem Dach ihre lieblichen Texte geseuselt haben, lief ich im Hintergrund wie ein begossener Pudel mit Mascara an den Wangen, Haare an der Ruebe klebend und Pfuetzen in den Schuhen auf der Strasse auf und ab. Das Team und die Schauspieler waren aber sehr nett und der Tag kurz. Ich geh weiterhin jeden Freitag zum Schaupieltraining und spiele dort verschiedene Rollen vor der Kamera. Es macht mir irre viel Spass. Ich war jetzt auch schon bei den ersten Vorsprechen. Einmal sollte ich ein Maedel spielen, die ihr erstes Date hat (ja klar!) und ganz nervoes ist, weil der Typ aelter,wahnsinnig erfahren und cool ist. Spaetestens als ich das pickelig-pupertierende Kindergesicht des "coolen" Typen gesehen hab, wurde mir klar, dass ich fuer die Rolle zu alt war. Wenige Tage spaeter hatte ich bei einem Vorsprechen fuer "Mrs. Robinson" das gegenteilige Erlebnis. Dann hab ich fuer einen Horrorfilm vorgeschrien. Ich sollte eine Frau spielen, die komplett den Verstand verloren hat ( soweit kein Problem) und von einem Daemon besessen zum Zombie wird.

Ich habe so gutes feedback bekommen, dass ich fast besorgt war, aber dann gab es doch noch eine Wahnsinnigere, die die Rolle bekommen hat. Ich muss mich noch daran gewoehnen, dass fuer jede Rolle hunderte Schauspieler vorsprechen und die Chancen wie beim Lotto sind. Zum Glueck muss ich nicht unsere Miete zahlen.
Ende des Monats waren wir mit unseren asiatischen Freunden, die uns immer wieder mit ihren kulinarischen Vorschlaegen ueberraschen, beim Korean Bar-B-Q. Wenn man es am Buffet an den Huehnerfuessen, Herz, Nieren, Zungen und nicht jugendfreien Speisen vorbeigeschafft und immernoch Appetit hat, kann man sich auf echte Koestlichkeiten und den Spass am Tische zu grillen freuen. Mmmmmh lecker!
Euch wuensche ich ein frohes Osterfest und jede Menge Sonne!
Eure Vreni
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Posted: 08:05, 5.04.2006 |
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